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Große Fußstapfen hinterlassen
Hospiz-Verein wählte neu — Ingrid Gerstner zur Ehrenvorsitzenden ernannt

ROTH/HILPOLTSTEIN — Bei der Jahresversammlung des Hospiz-Vereins Hilpoltstein-Roth wurde Agathe Meixner aus Heideck zur neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Sie löst Ingrid Gerstner aus Roth ab, die 15 Jahre lang den Verein geleitet hat. Wegen ihrer großen Verdienste wurde Gerstner zur Ehrenvorsitzenden ernannt.
In ihrem Jahresbericht sprach Ingrid Gerstner von einem „relativ ruhigen Jahr“. Der Verein habe zurzeit 182 Mitglieder, während es im Vorjahr noch 185 Mitglieder waren. 2298,5 Stunden (Vorjahr: 3043) seien im abgelaufenen Jahr geleistet worden. 1254,5 Stunden (Vorjahr: 1813) habe man für die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender, ihrer Familien sowie für Trauernde aufgewendet.

In seinem Kassenbericht gab der scheidende Kassier Josef Hueber einen Rückblick auf die vergangenen 15 Jahre. Lobend hob er hervor, dass Ingrid Gerstner in ihrer Eigenschaft als ehrenamtliche Schöffin im Landgericht Schwabach erreichen konnte, dass ein Teil der vom Gericht verhängten Bußgelder dem Hospiz-Verein Hilpoltstein- Roth zugute kam. „Ohne diese Bußgelder stünden wir mit 15000 Euro in der Kreide“, versicherte Hueber. Zuschüsse seien von der Bayerischen Stiftung Justiz gekommen. Weil im Verein alle Arbeiten ehrenamtlich geleistet würden, gebe es keine sonstigen Zuschüsse.

Ingrid Gerstner bedankte sich bei allen Kolleginnen und Kollegen für die gute Zusammenarbeit und für das große Vertrauen in den vergangenen 15 Jahren. Ihr weiterer Dank galt den Sozialverbänden, den Kirchen und der Kreisklinik Roth. „Die ersten Jahre waren nicht ganz einfach“, bekannte Gerstner. „Ich bedanke mich für die Wertschätzung und Anerkennung, die wir und die ich bekommen habe.“ Ihr besonderer Dank galt Josef Hueber, „der immer kompetent und verlässlich war“.

„Ich gebe mein Kind ab, das tut mir weh“, so Gerstner weiter, „doch es ist Zeit für mich, einen Schritt zurückzutreten.“ Sie wolle aber weiterhin im Hospiz-Verein aktiv mitarbeiten, denn sie habe die Arbeit immer mit Freude gemacht. „Ich bin so dankbar, dass aus dem Nichts heraus ein respektabler Verein entstanden ist“, schloss Ingrid Gerstner.
  Die Neuwahl des Vorstands erbrachte folgende Ergebnisse: 1. Vorsitzende: Agathe Meixner, 2. Vorsitzende: Theresia Heim (wiedergewählt), Schriftführerin: Katja Egerer (wiedergewählt), Guntram Rudolph, Ingrid Gerstner und Ursula Reitberger (Beisitzer), Claudia Alberter (Kassier) und Manfred Lodes (Revisor). Die neue Vorsitzende Agathe Meixner lebt in Heideck, ist 52 Jahre alt, hat drei Kinder, war drei Jahre lang Beisitzerin im Verein und ist Einsatzleiterin im Hospiz-Verein. Sie geht auf die Palliativstation, geht zu Einsatzgesprächen, macht Erstgespräche und geht einmal die Woche auf Visite. „Es sind große Fußstapfen, in die ich trete“, meinte Meixner. „Mir liegt die Arbeit im Hospiz-Verein sehr am Herzen.“ Ein bisschen Bammel vor der neuen Aufgabe habe sie schon, bekannte die Heideckerin, aber sie wisse, dass sie die volle Unterstützung von ihrer Vorgängerin Ingrid Gerstner habe.

In der sich anschließenden Aussprache wünschte sich Elmar Tschochner, dass bei der Mitgliederwerbung noch mehr jüngere Menschen angesprochen werden sollten. „Wir bemühen uns alle und tun, was möglich ist“, versicherte ihm die scheidende Vorsitzende Ingrid Gerstner, „meist arbeiten Frauen als Hospiz-Helferinnen. Es ist schwierig, da die Personaldecke dünn ist.“ Anschließend stellte Josef Hueber den Antrag, dass man Ingrid Gerstner wegen ihrer Verdienste um den Hospiz- Verein den Titel „Ehrenvorstand“ überträgt. „Mit dieser Funktion wurde auch unser verstorbener Gründervater Ivo Neumann geehrt“, erklärte Hueber. Auch das Beiratsmitglied Guntram Rudolph unterstützte Huebers Antrag: „Das ist ein Stück Anerkennung und Wertschätzung dessen, was bleibt.“ Max Geier hielt dagegen, dass der Titel „Ehrenvorstand“ nicht in der Satzung des Hospiz-Vereins vorgesehen sei. Die neue Vorsitzende Agathe Meixner stellte sich voll hinter Josef Hueber und Guntram Rudolph „Es gibt nichts, was dagegen spricht“, erklärte sie. „Wir verstehen den Titel ,Ehrenvorstand’ als eine Anerkennung für eine Leistung, die einen ideellen Charakter hat.“
ROBERTUNTERBURGER

Die Wertschätzung als Motto auf „die Fahnen geschrieben“
Stellvertretende Vorsitzende Theresia Heim und Kreisklinik-Geschäftsführer Werner Rupp würdigten das Engagement von Ingrid Gerstner

  LANDKREIS ROTH — Mehrere Laudatoren würdigten das Engagement und den selbstlosen ehrenamtlichen Einsatz von Ingrid Gerstner, der scheidenden 1. Vorsitzenden des Hospiz- Vereins Hilpoltstein-Roth.
„Du hast allen die Wertschätzung aller vermittelt und dir die Wertschätzung als Leitmotto auf die Fahnen geschrieben“, würdigte die stellvertretende Vorsitzende Theresia Heim. Im Juni 1997 habe Ivo Neumann in Hilpoltstein den Hospiz-Verein initiiert, der seine Geburtstunde am 10. März 1998 hatte. Mit viel Elan und großem Einsatz habe Ingrid Gerstner damals das Amt der Vorsitzenden übernommen.
  Fünf Jahre lang habe Gerstner von ihrer Wohnung aus die anfallenden Arbeiten erledigt, bis schließlich im Herbst 2003 der Verein eigene Räume beziehen konnte.

  „Du hast dich intensiv mit der Materie beschäftigt, warst wissbegierig, hast dich in den unterschiedlichen Bereichen weitergebildet, Vorträge gehalten und Kurse abgehalten“, würdigte Heim. „2006 konnten wir unsere Mitglieder auf der Palliativstation zum Einsatz bringen“, sprach Heim an, und „seit zwei Jahren gibt es ein Trauercafe´“. All dies sei möglich geworden, weil die Kreisklinik den Verein in jeder Hinsicht unterstütze.

  Auch Werner Rupp, Kreisklinik-Geschäftsführer, war voll des Lobes für Ingrid Gerstner und den Hospiz-Verein. „Sie leisten Arbeit an der Klinik, und es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Klinik Räume für den Hospiz- Verein zur Verfügung stellt“, sagte er. „Das Wesentliche sind nicht die 2300 geleisteten Ar-beitsstunden, sondern der Inhalt: Sie haben mit Beharrlichkeit größten Wert gelegt auf Qualität und Qualifizierung.“
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