Im Oktober startete der neue Hospizbegleiter-Kurs des Hospizvereins Hilpoltstein-Roth. Elf Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem gesamten Landkreis (und darüber hinaus) trafen sich erstmalig, um sich mit den herausfordernden Themen Sterben, Tod und Trauer zu beschäftigen. Entsprechend groß war der „Respekt“ vor dem ersten Seminarwochenende. Und das, obwohl für die meisten Teilnehmer das Thema Tod kein neues ist. Fast jeder hatte bereits tiefgreifende Verluste in seinem Leben zu beklagen.

Doch positive (und negative) Erlebnisse im Umgang mit diesem sensiblen Thema motivierten sie, sich für den halbjährigen Kurs anzumelden.
Am ersten Wochenende ging es erst einmal um die eigene Biografie, um eigene schmerzlich erlebte „Abschiede“. Jeder hatte die Gelegenheit, diese in kreativer Weise umzusetzen. Im Austausch darüber erlebte die Gruppe eine sehr große Offenheit und ein tiefes Vertrauen.

Tags darauf informierte Hospizkoordinator Dieter Steger über die Geschichte der Hospizbewegung und das vielfältige Angebot von palliativen Möglichkeiten im Landkreis Roth. Ein wesentlicher Teil davon ist die Arbeit des Hospizvereins, das von Sterbebegleitung bei Erwachsenen, über die Begleitung von behinderten Menschen in hohem Alter bis hin zur Begleitung von Kindern und ihren Familien reicht. Besonders fasziniert lauschten die Teilnehmer den Ausführungen von Ingrid Gerstner, Mitbegründerin und langjährige Vorsitzende, die aus dem ersten Tagen des Hospizvereins berichtete.

Am Ende des intensiven Wochenendes war bei allen die Angst vor dem großen Thema verflogen und einer meinte sogar: „Ich hätte an diesem Wochenende nichts besseres machen können!“.
In den kommenden vier Seminar-Wochenenden wird es darum gehen, einfühlsame Kommunikation und die richtige Nähe und Distanz zu erlernen, zu erkennen, welchen Stellenwert „Spiritualität“ am Lebensende bedeutet und wie man mit Trauer im Leben eines Menschen umgeht. Darüber hinaus werden Fachleute Tipps und Informationen geben, wie man Sterbende richtig pflegt und welche medizinischen Möglichkeiten es gibt, um schwere Symptome am Lebensende zu lindern. Auch so wichtige Themen wie die Patientenverfügung und Vorsorgevollmach werden angesprochen und eine Bestatterin wird der Gruppe alle Fragen zum Thema „Umgang mit Verstorbenen und Formen der Beisetzung“ beantworten.

Wer sich am Ende des Kurses so gut zugerüstet fühlt, dass er sich die Begleitung von Sterbenden zutraut, ist eingeladen, als Ehrenamtlicher beim Hospizverein mitzuwirken.

Text und Bild: Dieter Steger