Die Palliativmedizin hat im Landkreis Roth einen hohen Stellenwert — Die ambulante Versorgung soll ausgebaut werdenpalliativ1

ROTH – „Es geht nicht darum, dem Leben Tage zu geben, sondern den Tagen Leben.“ Das ist das Leitmotiv, nach dem Schwerstkranke auf der der Palliativstation der Rother Kreisklinik seit deren Eröffnung vor gut neun Jahren betreut werden. In enger Kooperation mit verschiedenen Netzwerkpartnern, die auf unterschiedlichste Weise dieses Motto gemeinsam „leben“.
Die Grundidee der Palliativmedizin, für Schwerstkranke das Leben bis zum Ende so lebenswert wie möglich zu gestalten, steht Pate, wenn der Hospizverein Roth-Hilpoltstein e.V. demnächst einen weiteren Kurs für die Ausbildung von Hospizhelfern anbietet; ebenso wie für eine neue Initiative des Landkreises, die zum Ziel hat, die ambulante palliative Versorgung weiter auszubauen.

Vorreiterrolle eingenommen
Als die Kreisklinik des Landkreises die Palliativstation Mitte 2006 mit acht Betten eröffnete, gehörte sie in Mittelfranken zu den Wegbereitern dieser in Deutschland noch vergleichsweise jungen medizinischen Sparte.
So formierte sich beispielsweise in Bayern erst 2010 das Bayerische Hospiz- und Palliativbündnis.
Ohne auf die Erfahrungswerte vergleichbarer Stationen zurückgreifen zu können und ungeachtet des zu erwartenden Defizits, wagte der Landkreis dennoch den Schritt auf Neuland.
„Wichtiger als die rein wirtschaftliche Betrachtung war uns, dass schwer kranke Menschen nah an ihrem Zuhause und ihren Angehörigen qualifiziert betreut werden können“, blickt Landrat Eckstein zurück.

Ganzheitliches Konzept
Von Anfang an setzte der Landkreis in der Kreisklinik auf ein ganzheitliches Konzept. Die freundliche Gestaltung der Patientenzimmer und Aufenthaltsbereiche, auch ein eigener „Raum der Stille“, der speziell eingerichtet wurde, waren Teil des Konzepts. Ebenso das Prinzip der Freiwilligkeit.

Auch jetzt, knapp zehn Jahre später, besteht das Palliativ-Team weiterhin aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich bewusst für diese Station und die Arbeit dort entschieden haben.
Eigene Palliativstationen wie sie die Rother Kreisklinik hat, sind auch heute noch rar: In der gesamten Region gibt es lediglich drei weitere, nämlich in Erlangen, Nürnberg und Ansbach.

Rund 2700 Menschen – vom jungen Erwachsenen bis zum Hochbetagten – haben bisher Rat und Hilfe auf der Rother Palliativstation gefunden. Diese versteht sich – im Gegensatz zu einem Hospiz – ausdrücklich nicht als „Sterbestation“.

Informationen
Weitere Informationen über die Palliativstation der Kreisklinik Roth unter www.kreisklinik-roth.de; mehr über den Hospizverein Hilpoltstein-Roth, der ab Oktober wieder einen Kurs für angehende Hospizhelfer anbietet, unter www.hospizverein.org; Adresse: Hospiz-Verein Hilpoltstein-Roth e.V, Bahnhofstrasse 7, Roth, Telefon: 09171/ 15 45; E-Mail: info@hospizverein.org.

Bericht: C. Weing, LRA Roth
Foto: Kreisklinik Roth (Archivfoto)