SAPV – Ambulante Palliativversorgung zu Hause

Anfang Januar 2018 wird in den beiden Landkreisen Roth und Weißenburg eine Lücke im Versorgungsnetz von schwerstkranken und sterbenden Patienten geschlossen und eine ambulante Palliativversorgung angeboten. Was bisher nur im Krankenhaus (Palliativstation der Kreisklinik Roth, Palliativmedizinische Dienst der Klinik Altmühlfranken) möglich war, wird zukünftig auch ambulant, sprich zu Hause oder im gewohnten Umfeld der Patienten, organisiert.

Pressekonferenz
In der Pressekonferenz am 8.11.2017 beantworteten die Initiatoren der Initiative, die beiden Landräte Herbert Eckstein und Gerhard Wägemann, die Klinikvorstände Werner Rupp und Jürgen Winter, der ärztliche Leiter der SAPV Dr. Christian Maune, die pflegerische Leitung der SAPV Iris Löw sowie die beiden Vertreter der Hospizdienste Agathe Meixner und Renate Müller die Fragen der Presse.

Unter einer palliativen Versorgung wird die Behandlung von Patienten verstanden, die auf eine heilende Behandlung nicht mehr ansprechen, an einer voranschreitenden oder weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden und nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben.

Behandlungskriterien
Ein wichtiges Kriterium für die Inanspruchnahme der ambulanten Behandlung ist das sogenannte „komplexe Symptomgeschehen“. Die Krankheitssymptome eines Patienten werden dann als komplex bezeichnet, wenn mindestens eines der nachstehenden Kriterien erfüllt ist: ausgeprägte Schmerzsymptomatik, ausgeprägte neurologische/psychiatrische/psychische Symptomatik, ausgeprägte respiratorische/kardiale Symptomatik, ausgeprägte Symptomatik im Magen-Darmbereich sowie ein ausgeprägtes Wund oder Tumorgeschehen und starke urogenitale Krankheitssymptome.
Mit dem Angebot der „Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung“ (SAPV) wird es zukünftig möglich sein, Patienten im Landkreis, die an einer unheilbaren Erkrankungen leiden, auch zu Hause sowie in den stationären Pflegeeinrichtungen zu versorgen.

Zielsetzung
Das Ziel der ambulanten Palliativversorgung ist es, vor allem in Zusammenarbeit mit den Hausärzten und den ambulanten Pflegediensten, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung der schwerkranken Patienten zu erhalten.
Die Hausärzte der potentiellen Patienten sind die wichtigsten Partner der SAPV, denn sie kennen ihre Patienten am Besten und stehen in der Entscheidung die spezialisierte Behandlung zu verordnen und die SAPV Südfranken mit ihrem Sitz in Pleinfeld zu informieren.

Genossenschaft
Mit der Gründung der Genossenschaft „SAPV Südfranken e. G“ im Dezember 2016 setzten die Kreisklinik Roth und die Klinik Altmühlfranken sowie die beiden Hospizdienste Roth und Weißenburg-Gunzenhausen den rechtlichen Rahmen für das ambulante Versorgungsangebot. Sie sind geleichberechtigte Teilhaber der gemeinnützigen Genossenschaft.
In der Praxis es vorgesehen, dass ein Team der SAPV, dazu gehören Palliativ-Mediziner und geschulte Pflegekräfte, (Mitarbeiter der SAPV Südfranken eG) die Patienten und deren Angehörige zu Hause besuchen und beraten.

Erreichbarkeit
Ein 24-stündiger Rufbereitschaftsdienst steht den Patienten und deren Angehörigen an 7 Tagen in der Woche zur Verfügung. Gefördert wird die Versorgung vom Bayerischen Sozialministerium und der Paula Kubitscheck-Vogel-Stiftung.

Kontakt: (Die Kontaktdaten werden noch ergänzt.)


Foto: v. l. n. rechts Iris Löw, pflegerische Leitung; Agathe Meixner, 1. Vorsitzende d. Hospiz-Verein Hilpoltstein Roth e.V., Jürgen Winter, Vorstand Klinik Altmühlfranken; Chefarzt d. Anästhesie und Leiter der SAPV Dr. Christian Maune, Landrat Gerhard Wägemann, Lkrs.Weißenburg-Gunzenhausen; Werner Rupp, Vorstand Kreisklinik Roth; Renate Müller, stv.Vorsitzende d. Hospiz-Vereins Weißenburg-Neuendettelsau; Landrat Herbert Eckstein, Lkrs. Roth.