Mit vielen Eindrücken und Erfahrungen rund um das Thema „Tod und Sterben“ ging für die 10 Teilnehmer/-innen das diesjährige Hospizbegleitseminar zu Ende.
Der Hospiz-Verein Hilpoltstein-Roth e.V. bedankt sich für die Teilnahme und wünscht alles Gute.

Sterbende begleiten ist lernbar und ein persönlicher Gewinn

Die Begleitung sterbender und trauernder Menschen auf ihrem Lebensweg ist vielen Menschen in unserer Gesellschaft fremd geworden. Sehr stark werden Jugend, Schönheit, Karriere und Genuss in den Vordergrund gestellt. Doch zum vollen Leben gehören ebenso menschliche Schwächen, Krankheiten sowie der Tod dazu. Die Hilflosigkeit vieler Menschen gegenüber dem Thema Tod und Sterben beginnt aber genau dort, wo die sonnigen Seiten des Lebens sich dem Ende zuneigen und eine unausweichliche Konfrontation mit dem Sterben beginnt. Meist sind es Freunde und nahe Angehörigen, die uns herausfordern und beim Sterben begleitet werden wollen.

Der Hospiz-Verein Hilpoltstein-Roth e.V. hat es sich unter Anderem mit dem Angebot von Hospizbegleitseminaren zur Aufgabe gemacht, diesen Prozess so weit wie möglich wieder in die Gesellschaft zurückzuholen.
In den jährlich stattfindenden Kursen erfahren die Teilnehmer in 75 Unterrichtseinheiten und einem 25 stündigem Praktikum, dass ein einfühlsames Begleiten sterbender und trauernder Menschen erlernbar und sehr oft ein großer Gewinn für den Begleiter selbst ist

Diese Einschätzung teilten zumindest die meisten Teilnehmer/-innen des kürzlich zu Ende gegangenen Kurses. Mit sehr unterschiedlichen Erwartungen begannen die 8 Frauen und 2 Männer das Seminar und wurden nicht enttäuscht, so die einhellige Meinung der Teilnehmer/-innen während der Abschlussrunde. Voll mit neuen Erkenntnissen und viel Motivation beschrieben die angehenden Hospizbegleiter/-innen „ihren Kurs“. Als „wichtige Erfahrung, dass keiner auf seiner letzten Lebensstrecke allein bleiben muss“, beschrieb eine Teilnehmerin ihre Eindrücke.
Eine andere Kursabsolventin erklärte, dass für sie die wichtigste persönliche Voraussetzung um sterbende und trauernde Menschen begleiten zu können, „die Auseinandersetzung mit sich selbst“ sei. Beeindruckt von „den vielen Facetten des Themas“ wie „Trauer, Abschiednehmen, persönliches Auseinandersetzung, familiäre, gesellschaftliche und politische Aspekte“, zeigte sich ebenfalls eine Teilnehmerin.

Unter Leitung von Kerstin Reese, einer examinierten Krankenschwester, ausgebildeten Sozialarbeiterin, Gestalttherapeutin und Koordinatorin für ambulante Hospizarbeit, setzten sich die Teilnehmer/-innen zu Beginn des Weiterbildungskurses mit ihrer eigenen Biographie und der persönlichen Motivation am Kurs teilzunehmen, auseinander.

Darüber hinaus vermittelten Kursleiterinnen Ingrid Gerstner, 1. Vorsitzende des Hospiz-Vereins Hilpolstein-Roth e.V. und Stellvertreterin Theresia Heim gemeinsam mit Kerstin Reese beispielsweise das Hospizkonzept, die Geschichte und die Grundsätze der Hospizidee sowie Grundlagen des Sterbeprozesses. In verschiedenen Fachvorträgen und Gruppenarbeiten wurden gemeinsam die „Bedürfnisse Sterbender“ und „palliativmedizinische und palliativpflegerische Möglichkeiten“ erarbeitet. Rechtliche Grundlagen, Patientenverfügung, Betreuungsrecht, Sterbehilfe und Bestattung standen genauso wie die Themen Kommunikation, das Selbstverständnis des Helfers, Umgang mit Trauer und Angehörigen und Spiritualität, auf dem Lehrplan. Erfreulicherweise haben mehrere Teilnehmer die Absicht geäußert, die ambulante Hospizarbeit zukünftig zu unterstützen.

Das nächste Hospizbegleitseminar findet 2013 statt.
Anmeldungen werden unter folgender Kontaktadresse entgegen genommen:

Hospiz-Verein Hilpoltstein-Roth e.V.
Bahnhofstrasse 7
91154 Roth
E-Mail: info@hospizverein.org
Internet: www.hospizverein.org
Telefon: 09171/ 15 45