sulzbuerg2017

Sterbende begleiten und Trauernde trösten ist ein herausforderndes Ehrenamt. Auch für die 21 Ehrenamtlichen des Hospiz-Vereins Hilpoltstein-Roth. Darum fahren sie einmal im Jahr über das Wochenende weg. Dabei kommen auch fachliche Inhalte nicht zu kurz. Dieses Jahr vertieften die Helfer ihr Wissen im Bereich „Kommunikation“.

Wie nehme ich sensibel Kontakt mit einem todkranken Menschen auf? Wie gehe ich mit dessen Gefühlen von Verzweiflung und Angst um? Wie schaffe ich es, mich emotional abzugrenzen? Diese und andere Fragen diskutierten die Teilnehmer unter der Anleitung von Christina Fischer, erfahrene Trainerin aus München, in Kleingruppen oder übten Lösungsmöglichkeiten in Rollenspielen. Dabei erlebten sie ihre Grenzen — aber lernten auch, diese zu überwinden.

Neben dem Fachlichen stand das Erleben von Gemeinschaft im Vordergrund des Wochenendes. An einem bunten Abend, bei Spaziergängen oder beim gemeinsamen Filmschauen gab es jede Menge Gelegenheit, sich besser kennenzulernen und auszutauschen. Ein Höhepunkt war die Besichtigung des jüdischen Friedhofs von Sulzbürg.
Prof. Dr. Heide Inhetveen führte über das Gelände und erläuterte die reichhaltige Geschichte rund um den „israelitischen Friedhof“. Den Hospizbegleitern erläuterte Dr. Inhetveen speziell, wie in der damaligen jüdischen Gemeinde das Trauern und Beerdigen üblich war. Unter dem Motto „man sieht, was man weiß“, wies sie die Ehrenamtlichen auf verschiedene Symbole an den Grabsteinen hin und erklärte deren Bedeutung. Tief bewegt, aber auch erholt fuhren die Hospizbegleiter nach Hause – bereit für den nächsten Einsatz. (Text und Bild: D. Steger)