Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung des Hospiz-Vereins Hilpoltstein-Roth e.V. wurden die Mitglieder und Interessenten über die Arbeit des Pflegestützpunktes des Landkreises Roth sowie über die Arbeit des Vereins 2011 informiert.

Zu Beginn begrüßte Ingrid Gerstner, 1. Vorsitzende des Hospiz-Vereins Hilpoltstein-Roth e.V., herzlich alle Anwesenden. Als Gastreferent war Gerhard Kunz, Mitarbeiter des im Februar 2011 gründeten Pflegestützpunktes im Landkreis Roth, eingeladen. Auf Wunsch des Vereins stellte er die Schwerpunkte in der Arbeit des Pflegestützpunktes vor.
Kunz selbst ist Mitarbeiter und Vertreter im Beratungsteam des Stützpunktes des Landkreises Roth.  
Das Team setzt sich aus insgesamt fünf Vertretern der Pflege- und Krankenkassen, des Landkreises Roth und den Kooperationspartnern des Bezirkes Mittelfranken sowie der Diakonie Mittelfranken zusammen. Der Pflegestützpunkt hat das Ziel, die Bürger/-innen über Pflegeleistungen und Pflegeangebote in stationären, teilstationären und ambulanten Bereichen zu beraten und diese bei Bedarf zu koordinieren. „Wir sind nicht Speerspitze, sondern eine sinnvolle Ergänzung zu den bereits bestehenden Beratungsangeboten im Landkreis“, führte Kunz anfänglich aus.
Nach dem Grundsatz „ ambulant vor stationär“ unterstützen die Mitarbeiter/-innen des Stützpunktes pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige bei allen Fragen rund um das Thema Pflege und zu Hilfen im Alter. „Jeder kann zu uns kommen und jeder bekommt in der Regel innerhalb weniger Tage einen Beratungstermin“, so Kunz.
Auch die Begleitungsangebote des Hospiz-Vereins werden vermittelt. Somit ist auch der Hospiz-Verein Teil eines immer größer werdenden Netzwerkes von sozialen- und Pflegeangeboten im Landkreis Roth.

Die großen Stärken des Stützpunktes sind dessen Neutralität und die Unterbringung im Gesundheitszentrum 1 der Kreisklinik Roth. Man habe bewusst Räumlichkeiten außerhalb des Landratsamtes gesucht. Auf dem Gelände der Kreisklinik sei die Hemmschwelle, um Hilfe zu suchen, ausgesprochen niedrig. Das zeige sich auch an den Reaktionen der Bürger/-innen, denn bisher wurden die Beratungsangebote bereits von 1000 Bürger/-innen in Anspruch genommen. Noch vor ein paar Jahren mussten die Bürger/-innen des Landkreises Roth eine große Anzahl von verschiedenen Institutionen konsultieren, bevor man die richtige, auf die eigene Situation zugeschnittene Information oder Hilfe bekam. Kunz erklärte, nicht ganz ohne Stolz, dass sich durch den Pflegestützpunkt sich die Suche für die Bürger/-innen nur noch auf nur eine Stelle reduziert. Alle Informationen und Hilfsangebote kommen nun kompetent aus einer Hand.

Ob bei Fragen nach finanziellen Zuschüssen für den Umbau eines barrierefreien Bades, bei der Vermittlung eines Pflegeplatzes, bei Bedarf nach einem „Fremdschlafplatz“ für einen dementen Angehörigen oder eine Beratung über das Thema Vorsorgevollmacht, – die Mitarbeiter/-innen des Pflegestützpunktes sind gerne behilflich sind. Beispielsweise werden inmal in der Woche alle freien Pflegeplätze in den Einrichtungen erhoben und so können spieziell auf  die hilfsbedürftige Person zugeschnittene Einrichtungsplätze vermittelt werden. Anfänglich waren in Bayern 60 Pflegestützpunkte geplant, „aber nur 8 Städte und Landkreise haben es bisher gemacht“, erklärte Kunz und verwies auf die nächsten Stützpunke in Nürnberg und in Coburg. „Wir stehen ziemlich allein auf weiter Flur“. Am Ende seines Vortrages verwies er auf den weiteren Ausbau des Beratungsangebotes. Momentan beschäftigten sie sich mit einem „Ehrenamtsprojekt“. Ab dem 01.05.2011 werde es in den Gemeinden in verschiedenen Bereichen geschulte ehrenamtliche Bürger/-innen als Anlaufstelle geben.

Im anschließenden Tätigkeitsbericht der Leitung des Hospiz-Vereins informierte Ingrid Gerstner die Anwesenden über das gesamte Tätigkeitsspektrum des Vereins und die im vergangenen Jahr aufgebrachte Zeit. Sie bedankte sich “in großem Respekt für die großartigen Leistungen“ bei allen Hospizbegleiter/-innen und Unterstützer/-innen der Arbeit.
In nüchternen Zahlen drückt sich der zeitliche Aufwand dann so aus: Insgesamt 3.063 Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurden 2011 von den Mitarbeiter/-innen im Verein geleistet. Besonders hob Ingrid Gerstner die gestiegene Anzahl der Stunden in der Trauerbegleitung hervor. Waren es  2010 noch 277 erbrachte Stunden, so wurden im vergangenen Jahr 440 Stunden geleistet.

Für das 2011 eröffneten Trauercafé wurden 124 Stunden von den Hospizbegleiter/-innen erbracht. Max Geier gab rückblickend auf das erste Jahr seine überaus positiven Erfahrungen  wieder. Die anfänglichen Bedenken der ausgebildeteten Trauerbegleiter/-innen sei inzwischen gewichen, betonte Max Geier. Die regelmäßig stattfindende Treffen Trauernder würden sehr gut angenommen, denn zirka 12 Personen sind immer anwesend. Dabei sei das gemeinsame Gespräch der Teilnehmer/-innen untereinander besonders wichtig und nehme einen großen Raum ein.
Das Trauercafé als niedrigschwellige Angebot an Trauernde findet regelmäßig am 1. Freitag im Monat statt. Die Räume befinden sich unterhalb des Gesundheitsamtes, in der Personalwohnanlage der Kreisklinik. Des Weiteren wurden in der ambulanten Begleitung Sterbender, Trauernder und deren Angehörigen fast 500 Stunden und auf der Palliativstation  886 Stunden erbracht.

Josef Hueber, langjähriger Kassier des Vereins, legte detailliert Rechenschaft über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins ab. Josef Hueber und die gesamte Vorstandsschaft wurden durch die Kassenprüfer und die Mitglieder einstimmig entlastet. Zum Abschluss bedankte sich die stellvertretende Vereinsvorsitzende Theresia Heim mit einem Blumenstrauß bei Ingrid Gerstner für alles, was sie im letzten Jahr für den Verein geleistet hat.

Weitere Informationen zum Pflegestützpunkt unter: www.pflegestuetzpunkt-roth.de

G.R.