Text und Foto: Hartmut Beck
Gottesdienst mit dem HOSPIZ-VEREIN : Sterbende wünschen sich vor allem Menschen, die ihnen in den letzten Tagen beistehen.
„Wenn es soweit sein wird mit mir, brauche ich den Engel in dir.“ So hat der evangelische Theologe Friedrich Karl Barth den Wunsch von Schwerkranken und Sterbenden nach Hilfe und Begleitung beschrieben.

Den 31 Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleitern, die sich ehrenamtlich beim Hospiz-Verein Hilpoltstein- Roth engagieren, ist es ein großes Anliegen, diesen Wunsch zu erfüllen.

Bei einem Gottesdienst in der katholischen Kirche Roth, der von Kaplan Chinnapa Reddy Allam und Diakon Jürgen Zeller gehalten wurde, stellten Hospizkoordinator Dieter Steger und die Hospizbegleiterinnen Elisabeth Bieber und Ingrid Gerstner die Arbeit des Vereins vor.

Anlass war der Welthospiztag am 20. Oktober. Gegründet wurde der Hospizverein vor über 20 Jahren in Hilpoltstein, heute begleiten 31 Ehrenamtliche schwerkranke und sterbende Menschen im Landkreis Roth. Sie besuchen die Patienten zuhause, in den Altenheimen des Landkreises, in den Einrichtungen des Auhofs und der Regens-Wagner-Stiftung in Zell und nicht zuletzt in der Kreisklinik Roth und der dortigen Palliativstation. Voraussetzung für diesen Dienst sind Einfühlungsvermögen und psychische Stabilität sowie die Teilnahme am Hospizbegleiter-Kurs, der in 75 Theorie- und 20 Praxisstunden Themen umfasst wie: Recht, Gesprächsführung, Psychologie, Spiritualität, Trauerbewältigung und Begleitung von Angehörigen.

Beim Gottesdienst wurde deutlich, dass es meist nicht viel braucht, um den Menschen beizustehen, die oft Angst haben, unruhig sind, mit Geschehnissen ihres Lebens hadern und sich auf den Abschied von ihren Angehörigen vorbereiten müssen. Still im Raum bleiben, die Hand halten, trockene Lippen befeuchten, etwas vorlesen, mit den Patienten beten, sich über Stationen des Lebens austauschen – all dies kann dazu beitragen, dass die Menschen ruhiger werden und in Frieden loslassen können.

Zudem gelte es sich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen einzustellen: Einige sind nicht gläubig, einige wollen bis zum Ende kämpfen, andere wollen noch eine erfüllende letzte Zeit ohne weitere Behandlungen verbringen. Ingrid Gerstner und Elisabeth Bieber berichteten auch von schweren Situationen, etwa wenn es sich bei den Patienten um junge Menschen oder um Bekannte handelt.
Hier gebe der Austausch der Ehrenamtlichen untereinander Kraft, um belastende Begebenheiten zu bewältigen. Dennoch sei der Dienst überaus erfüllend und man bekomme persönlich sehr viel zurück, so die Aktiven.

Foto: (v.l.n.r.)
Kaplan Chinnapa Reddy Allam, Dr. Charlotte Metzdorf, Palliativmedizinerin; Diakon Jürgen Zeller, Pfarrei Roth; Elisabeth Bieber, Hospizbegleiterin; Diakon Dieter Steger, Koordinator; Ingrid Gerstner, Hospizbegleiterin; Theresia Heim, Hospizbegleiterin; Sylvia Schwarm, HospizbegleiterinWeitere Informationen unter:
Hospizverein Hilpoltstein-Roth, Norisstraße 28, Roth, Tel. (0 91 71) 15 45, d.steger@hospizverein.org, www.hospizverein.org