Die Hospizbegleiter des Hospiz-Vereins Hilpoltstein-Roth e.V. besuchten die „Speziellen Ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) in Pleinfeld.

Auf großes Interesse stieß bei den Hospizbegleiterinnen des Hospiz-Vereins Hilpoltstein-Roth ein Ausflug zur 2017 ins Leben gerufenen SAPV nach Pleinfeld. Kein Wunder, denn seit ihem Start arbeiten der Hospiz-Verein und das Palliativteam eng zusammen. Sind die Ärzte und Pflegenden der SAPV überwiegend für körperliche Symptome von Todkranken und Sterbenden in ihrer häuslichen Umgebung zuständig, werden sie von Seiten der Ehrenamtlichen des Hospiz-Vereins vorwiegend psychisch und sozial betreut.

Bereits einige gemeinsame Patienten gab es zu begleiten, wie Hospizkoordinator Dieter Steger zu berichten weiß. „Das geht Hand in Hand“ sagt er und freut sich, dass die Schwestern und Ärzte der SAPV bei ihren Besuchen auch immer das kostenlose Angebot des Hospiz-Vereins mit anbieten. Er vermutet, dass dies in Zukunft noch mehr in Anspruch genommen werden könnte und freut sich, dass die Zusammenarbeit von Anfang an bestens funktionierte.

Bei dem Besuch der vierzehn Hospizbegleiterinnen in den neuen Räumlichkeiten des Palliativdienstes am Rande von Pleinfeld erzählten Dr. Charlotte Metzdorf, stellvertretende ärztliche Leiterin und Verena Böhm, stellvertretende pflegerische Leitung, dass die neue Arbeit gut angelaufen sei. Die Hospizbegleiterinnen freute es zu hören, dass der Dienst im ersten halben Jahr seines Bestehens bereits über hundert Patienten versorgt hatte. Das entspricht vier bis fünf Neuaufnahmen pro Woche und bringt an manchen Tagen „richtig Stress mit sich“, wie Verena Böhm zugibt. Auch die Rufbereitschaft rund um die Uhr sei zuweilen eine Herausforderung – dennoch habe sie den Wechsel von einer Palliativstation in München nach Pleinfeld nie bereut.

Weiter erfuhren die Hospizbegleiterinnen, dass rund zweidrittel der zu versorgenden Patienten an einer Krebserkrankungen litten, aber auch seltene Nervenkrankheiten oder Schlaganfälle zu einer Aufnahme führten. Doch nicht jeder, der todkrank sei, bekäme von der Krankenkasse spezielle Palliativversorgung genehmigt, sondern nur diejenigen, die „herausragende Symptome“ aufwiesen, so Dr. Metzdorf. Und ohne Einbindung des Hausarztes ginge sowieso nichts. „Der Hausarzt bleibt der Hausarzt“ betonte sie. Das SAPV-Team verstehe sich als Ergänzung und Entlastung der Hausärzte und freue sich, dass diese Erkenntnis und die Akzeptanz im Kreise der Ärzte stetig zunehme.

Für den Hospiz-Verein bedeutet die neue SAPV (die sowohl den Landkreis Roth, als auch den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen betreut) zusätzliche Anfragen auf Begleitungen. Denn wenn die Palliativschwestern und Ärzte das Haus verlassen, schlägt die Stunde der ehrenamtlichen Hospizbegleiter: Sie stehen den todkranken und sterbenden Menschen psychisch zur Seite. Sie bringen pro Besuch ein bis zwei Stunden Zeit mit und hören zu, wenn Sterbende oder ihre Angehörigen reden wollen. Sie bleiben vor Ort, wenn ein Angehöriger mal wieder in Ruhe einkaufen oder einige Stunden nächtlichen Schlafs nachholen möchte. Wenn gewünscht singen oder beten sie mit Sterbenden, halten ihre Hand und zeigen „Du bist nicht alleine“.
Für die Hospizbegleiterinnen war es sehr aufschlussreich, die neue SAPV, mit der sie zukünftig noch oft zusammenarbeiten werden, näher kennen zu lernen. Denn letztendlich verbindet beide das gleiche Ziel: Schwerkranken und sterbenden Menschen im Landkreis Roth ein möglichst gutes und friedliches Lebensende zu ermöglichen.

Foto:
Verena Böhm, stellvertretende Leiterin der „Speziellen Ambulanten Palliativversorgung“ (SAPV) erklärt des Hospizbegleiterinnen des Hospiz-Vereins die Notfallmappe mit einer Rufbereitschaftsnummer, die beim Sterbenden vor Ort hinterlegt wird. (links daneben Dr. Metzdorf)