sapvIm Mittelpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung des Hospiz-Vereins Hilpoltstein-Roth e.V. stand neben den Rechenschaftsberichten über die geleistete Arbeit und dem Bericht der Kassiererin, das Thema „Spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) auf der Agenda. Als Gastreferent war Markus Fabi, Mann der ersten Stunde des SAPV -Teams am Klinikum Ansbach zu Gast.

In ihrer Begrüßung erklärte die Vorsitzende des Hospiz – Vereins Agathe Meixner, dass dieses Thema in den letzten Monaten verstärkt an den Verein herangetragen und im Vorstand sowie mit Vertretern der Kreisklinik kontrovers diskutiert wurde. Es bestehe unbedingt Informationsbedarf um sich gemeinsam über das weitere Vorgehen abzustimmen.

Bereits seit 2007 besteht die gesetzliche Grundlage, in der das Recht eines jeder Bürgers auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung verankert wurde. Im Landkreis Roth stecken die Planungen zum Aufbau einer SAPV, bis auf wenige Gespräche zwischen Vertretern des Krankenhauses Weißenburg und der Kreisklinik Roth, noch in den Kinderschuhen. Agathe Meixner bedauerte es sehr, dass weder Chefarzt Dr. Barthel noch Stephan Wiesmüller, Stionsleiter der Palliativstation (Kreisklinik Roth) zur Mitgliederversammlung anwesend sein konnten.

Markus Fabi, Koordinator des seit 2014 bestehenden SAPV – Teams, gab in seinem Vortrag sehr engagiert seine persönlichen Erfahrungen beim Aufbau eines SAPV – Teams am Klinikum Ansbach an die Zuhörer weiter und erklärte den etwas sperrigen Begriff SAPV.
 Die SAPV „soll mit einem rund um die Uhr zur Verfügung stehenden Team aus Ärzten und Pflegenden die bereits bestehenden Versorgungsstrukturen zwischen der Klinik, den ambulanten Pflegediensten und dem Hospizdiensten weiter ergänzen“.
Ähnlich wie auf einer stationären Palliativstation oder dem Hospiz stehe besonders die Lebensqualität und die Selbstbestimmung der unheilbar kranken Menschen im Vordergrund. Im Gegensatz zu den stationären Angeboten sei es jedoch das Hauptziel der SAPV, durch ambulantes Eingreifen, einen Krankenhausaufenthalt der unheilbar kranken Menschen zu verhindern, so Markus Fabi.
Das kann bespiepielsweise durch gezielte Schmerzmittelgabe, Unterstützung bei lebensbedrohlicher Atemnot oder starkem Erbrechen erreicht werden. Auch der Faktor Zeit spielt für die Patienten eine große Rolle. „Je einfacher und schneller das SAPV – Team erreichbar ist, umso höher ist der Zugewinn an Sicherheit für die Patienten“, so Fabi weiter. Er verwies auf die bereits im Landkreis Roth vorhandenen ähnlichen Strukturen der Allgemeinen ambulanten palliativen Versorgung (AAPV).
Die Kreisklinik Roth, Hospizdienste und Hausärzte arbeiteten ja bereits gut zusammen, da könne beim Aufbau einer SAPV angeknüpft werden.

Im Landkreis Ansbach werden inzwischen nicht nur, Tendenz steigend, unheilbar erkrankte Krebspatienten, sondern auch Menschen mit Amyotropher Lateralsklerose (ASL) oder einer chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COBD behandelt. Auch Patienten mit fortgeschrittener Demenz können von einer SAPV profitieren.Zum Schluss seiner Ausführungen bot Markus Fabi bei einem eventuellen Aufbau eines SAPV – Teams im Landkreis Roth seine Hilfe an.Agathe Meixner bedankte sich beim Referenten für seine Anregungen und verwies auf das vom Hospiz – Verein anberaumte Informationstreffen mit Dr. Rösch, dem Geschäftsführer des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes zum Thema AAPV und SAPV.

In ihrem Rechenschaftsbericht stellte Agathe Meixner die Arbeit des Vereins detailliert vor. Die Einzelbegleitungen Trauernder und Sterbender wurden im vergangenen Jahr im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren etwas weniger abgerufen. Dafür hat sich das Trauercafe weiter positiv entwickelt, durchschnittlich nehmen 12 Trauernde das Angebot in Anspruch. Auch die Öffentlichkeitsarbeit, nicht zuletzt durch die Vorträge von Ingrid Gerstner über die Hospizarbeit nahmen 2014 einen breiten Raum ein. Mit einer Filmvorführung im Rother Bavaria Kino, mit Infoständen am Altstadtfest und dem Weihnachtsmarkt habe man auf die Arbeit des Vereins aufmerksam gemacht.

Agathe Meixner bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Unterstützern für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Mit 2800 ehrenamtlich geleisteten Stunden könne der Verein sich sehen lassen.

Claudia Alberter, die Schatzmesieterin des Vereins, legte den Mitgliedern den Kassenbericht vor und wurde ebenso wie Vorsitzende Agathe Meixner von der Mitgliederversammlung einstimmig entlastet. Sie bedankte sich herzlich auch bei allen Spendern von größeren und kleineren finanziellen Zuwendungen. Jede Spende komme unmittelbar der Arbeit mit Trauernden, sterbenden Menschen und ihren Angehörigen zu Gute.

Claudia Schwab, ausgebildete Hospizbegleiterin, stellte den Zuhörern das neue Projekt des Hospizvereins vor. Drei Hospizbegleiter sind seit September mit dem Angebot der Trauerbegleitung als Kooperationspartner im Seniorenhof in Büchenbach tätig. In Zukunft wird der Hospiz-Verein sein Arbeitsfeld, neben der Arbeit in der Kreisklinik, dem Trauercafe und den Trauerkursen in diese Richtung erweiter ausbauen.

Weitere Informationen zum Thema SAPV finden Sie unter:


http://www.anregiomed.de unter Palliativmedizin
http://www.dgpalliativmedizin.de

Guntram Rudolph