Foto: Theresia Heim, stv. Vorsitzende, Marina Urner, Schatzmeisterin; Claudia Alberter, Agathe Meixner, 1. Vorsitzende (v.l.n.r.)

LANDKREIS ROTH — Die Jahresversammlung des Hospizvereins Hilpoltstein-Roth stand ganz im Zeichen der anstehenden Veränderungen im eigenen Verein und in der ambulanten Hospizarbeit im Landkreis Roth.

Vereinsvorsitzende Agathe Meixner stellte in ihren Ausführungen als Schwerpunkt zunächst die Anfänge der „Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung“ (SAPV) und die Beteiligung des Hospiz-Vereins bei der Organisation des Dienstes bis zur Gegenwart vor.
Bereits seit 2007 habe jeder Bürger in Deutschland einen gesetzlich verankerten Anspruch auf eine ambulante Palliativversorgung, erklärte sie. Im Landkreis Roth habe es zwar etwas länger gedauert, so Meixner, „aber spätestens 2018 werden wir im Landkreis starten“.

Die ambulante Palliativversorgung dient dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten – Menschen, die unter einer zum Tod führenden Erkrankung leiden – so weit wie möglich zu erhalten. 
Vorrangiges Ziel des ambulanten Dienstes ist es, sterbenden Menschen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung, in stationären Pflegeeinrichtungen beziehungsweise stationären Hospizen zu ermöglichen. An diesem Punkt unterstützen die Ehrenamtlichen des Hospizvereins die Pflegenden und Ärzte und bilden ein gemeinsames Team.

Als tragende Rechtsform wurde im Dezember 2016 eine Genossenschaft gegründet, in der die Kreisklinik Roth, die Klinik Altmühlfranken, der Hospizverein Weißenburg sowie der Hospizverein Hilpoltstein-Roth als gleichberechtigte Teilhaber zusammenarbeiten. 
Das alleinige Ziel der genossenschaftlichen Tätigkeit ist es, den ambulanten Palliativ- und Hospizdienst künftig in den beiden Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen und Roth anzubieten.

Auf den aktuellen Sachstand eingehend, informierte die Vorsitzende, dass in den Kliniken Mitarbeiterteams gebildet werden, die später als Angestellte in der Genossenschaft tätig sein werden. Der Hospizverein Hilpoltstein-Roth mit seinen 21 ehrenamtlichen Hospizbegleitern stehe ebenfalls für die Arbeit bereit und freue sich auf die Zusammenarbeit, so Meixner. In diesem Zusammenhang sei es auch besonders erfreulich gewesen, dass der Vorstand mit Diakon Dieter Steger einen engagierten Koordinator gefunden habe.

Finanziert durch die Krankenkassen, arbeitet Steger seit Januar 2017 mit 30 Wochenstunden hauptamtlich im Verein mit und koordiniert und unterstützt einen großen Teil der Vereinsarbeit.

Großes Engagement
Wie Steger erläuterte, wurden von den insgesamt 2112 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit 1197 im Rahmen der direkten Begleitungen von Sterbenden eingebracht. 543 Stunden arbeiteten die Begleiter auf der Palliativstation und 654 Stunden zu Hause oder in anderen stationären Einrichtungen.

Trotz der positiven Arbeitsbilanz und einer soliden finanziellen Basis „drückte den Vereinsvorstand aber seit Monaten in einem Bereich der Schuh“, so Vorsitzende Meixner.
Claudia Alberter, die Schatzmeisterin des Vereins, hatte aus privaten Gründen bereits 2016 ihren Rückzug aus der Vereinsarbeit angekündigt. „Über fast ein Jahr konnten wir keinen Nachfolger für sie finden“, erzählte die Vereinsvorsitzende den Mitgliedern. Doch nun habe mit Marina Urner eine neue Schatzmeisterin gewonnen werden können. Urner ist Steuerberaterin und in diesem Bereich unternehmerisch tätig.

Marina Urner wurde schließlich einstimmig als neue Schatzmeisterin des Hospizvereins Hilpoltstein-Roth gewählt.

Manfred Lodes als Kassenprüfer bescheinigte der bisherigen Schatzmeisterin Claudia Alberter eine ausgezeichnete Buchführung.

Agathe Meixner bedankte sich bei allen Mitarbeitern des Vereins für das hohe Maß an Engagement und verabschiedete zum Schluss der Veranstaltung Claudia Alberter und wünschte ihr alles Gute.

Guntram Rudolph