Viel Zuspruch findet der HOSPIZ-VEREIN Hilpoltstein-Roth e.V. – und ist deshalb umgezogen.

ROTH – Der Hospiz-Verein Hilpoltstein- Roth hat ein neues Zuhause in der Norisstraße 28 gefunden. Fehlende Barrierefreiheit und der wachsende Kreis von Ehrenamtlichen hatten den Umzug nötig gemacht.

Schaut man nur auf die Zahlen, so macht die Leistung der rund dreißig aktiven ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter schon Eindruck: Im vergangenen Jahr erbrachten sie über 2000 Stunden für ihre Betreuten und legten dabei 20000 Kilometer zurück. Das Einzugsgebiet erstreckte sich im Wesentlichen von Wendelstein bis Thalmässing und von Abenberg bis Allersberg.

Ein Schwerpunkt ist die Betreuung von Palliativpatienten in der Kreisklinik Roth. Parallel dazu gibt es eine Vielzahl an Begleitertreffen, das monatliche Trauercafé, einmal im Jahr eine geschlossene Trauergruppe, Einzelgespräche für Trauernde und vieles mehr.

„Da ist viel Flexibilität gefragt“, erklärt der zweite Vorsitzende Klaus Rettlinger (hinten rechts): „Jeder Mensch, jede Trauer, jeder Begleitprozess ist anders.“ Man sei speziell darauf geschult, sichden jeweiligen Situationen bestmöglich anzupassen und so optimal Hilfe zu leisten. „Wir müssen uns Zeit nehmen, um Vertrauen – die Basis unserer Arbeit – aufzubauen“. Das Angebot werde dabei möglichst niederschwellig gehalten, um die Einstiegsbarrieren abzusenken und vielen Menschen Zugang zu persönlicher Unterstützung zu ermöglichen.

„Wir sind stolz auf unsere Arbeit und auf das, was die Ehrenamtlichen leisten“, sagt auch Dieter Steger (links), hauptamtlicher Hospiz-Koordinator und einziger Angestellter des Hospiz-Vereins. „Durch den hohen Einsatz der Ehrenamtlichen konnten wir unser Angebot kontinuierlich ausbauen und so immer mehr Menschen helfen.“ Die Konsequenz: Die Unterkunft in der Rother Bahnhofstraße platzte irgendwann aus den Nähten. In den neuen, großzügigen und modernen Räumen in der Norisstraße könne das Angebot nun weiter ausgebaut und allen Ratsuchenden die richtige Betreuung geboten werden.

Für dringende Hilfe gibt es übrigens auch am Wochenende einen Notdienst. „Wir sind wirklich dankbar für den Einsatz und die Arbeit, die hier im Hospiz-Verein geleistet wird“, unterstreicht Bürgermeister Ralph Edelhäußer und ergänzt, dass mancher „durch dieses Engagement wieder eine neue Perspektive für sein Leben findet.“ Auch Claudia Schwab (vorne rechts), Beisitzerin im Vorstand des Hospiz-Vereins ist glücklich über die Entwicklung und das neue Dach überm Kopf. 

Doch gebe es auch noch einiges zu tun. „Wenn wir uns etwas wünschen würden, dann wäre es der offenere Umgang mit den Themen Trauer und Tod“, meint Schwab. „Das sind immer noch Tabu-Themen, die stärker gewürdigt und auch seitens der Krankenkassen gefördert werden müssten.“ Wer die Arbeit des Hospiz-Vereins unterstützen möchte, kann dies zum einen mit einer Spende tun. Aber auch ehrenamtliche Helfer werden immer wieder gesucht. Im Rahmen der Sterbebegleitung finden regelmäßig Kurse statt.

Für die Ausbildung werden achtzig Theorie- und zwanzig Praxisstunden angesetzt. Aktuell sind noch einige wenige Plätze für den nächsten Kurs frei. Interessierte können sich direkt an Diakon Dieter Steger vom Hospiz-Verein wenden. 
Alle Informationen sind ferner auf der Homepage www.hospizverein.org zu finden.
Zeit dazu findet Bürgermeister Ralph (2. v. links) Edelhäußer sicher nicht. Doch der brachte seine Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit des Hospiz-Vereins im Namen der Kreisstadt mit einer Spende zum Ausdruck.

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung