Von der Graswurzelbewegung zum Hospiz -Verein Hilpoltstein – Roth e.V.

Mit ausgesprochen leisen Tönen feierte der Hospiz-Verein Hilpoltstein Roth e. V. im kleinen Rahmen sein 20-jähriges Bestehen. Nach einem ereignisreichen Jahr ehrte die Vorstandschaft ihre langjährigen und aktiven Mitarbeiter, jedoch musste das große Jubiläumsfest leider ausfallen.
Der Verein, der vor 20 Jahren im Hilpoltsteiner Hofmeierhaus mit 67 hospizbewegten Idealisten aus der Taufe gehoben wurde, hat sich in all den Jahren zu einem ständig wachsenden und im Landkreis fest verwurzelten Verein entwickelt. Nach wie vor besteht das Hauptziel des Vereins darin, das Sterben als wichtigen Teil des Lebens ins öffentliche Bewusstsein zu rufen und Sterbende und deren Angehörigen zu begleiten.
Die insgesamt 35 aktiven, ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hospizdienstes begleiten seit 20 Jahren Sterbende, leisten Trauerarbeit und betreiben Öffentlichkeitsarbeit. Unterstützung erhalten sie auf vielfältige Weise von den 200 Vereinsmitgliedern.

Ganz anders in den 70-iger und 80-iger Jahren. Zu dieser Zeit wurden die Sterbenden in ganz Europa immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt und gestorben wurde immer häufiger in Einrichtungen und Krankenhäusern. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, formierte sich die Hospizbewegung als klassische Graswurzelbewegung, gründete ambulante Hospizdienste und stationäre Hospize. Trotz der insgesamt positiven Entwicklung, viele ihrer Ziele konnten die „Hospizler“ bisher erfolgreich umsetzen, wird leider immer noch „zu oft zu einsam gestorben“.
Aus der Gesellschaft ist die Arbeit nicht mehr wegzudenken und wird nach wie vor von der Treue und dem Engagement der hauptsächlich ehrenamtlichen Mitarbeiter getragen. Trotz der fortschreitenden Professionalisierung  würde die Arbeit ohne sie nicht funktionieren.

Um dem aufregenden Jahr im Hospiz-Verein Hilpoltstein einen guten Abschluss zu geben, hatte die Vorstandschaft zu einem „Dankesessen“ mit einer Ehrung seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter geladen.
Klaus Rettlinger, Hospizbegleiter und Mitglied des Vorstandes, verwies zu Beginn des Abends noch einmal an den Anlass des Dankesessens. Mit alten Fotos erinnerte er an längst vergangene Tage.
Geplant war, so Rettlinger, dass der Verein sein Jubiläumsjahr mit einem Festakt feiert. Auf Grund der angespannten finanziellen Situation, die bis in das Jahr 2018 hineinreichte, musste die geplante Feierlichkeit jedoch abgesagt werden. Niemandem sei mehr zum Feiern zu Mute gewesen.
Im vergangenen Jahr (Die Presse berichtete.) hätten sich die Krankenkassen trotz ihrer gesetzlichen Verpflichtung geweigert, die Finanzierung des (einzigen hauptamtlich arbeitenden) Koordinators zu übernehmen und den Verein in eine gefährliche finanzielle Schieflage gebracht. Weil die Kosten erst nach Ablauf eines Jahres von den Kassen erstattet werden und die vom Verein beantragte Kostenübernahme erst nach Monaten tatsächlich von den Krankenkassen abgelehnt wurde, hatte sich bereits 2017 für den Verein ein großer Schuldenberg angehäuft. Höchstwahrscheinlich hätte sich der Verein nie wieder aus eigenen Kräften finanziell erholt.
Die gute Nachricht lautete inzwischen aber: Mit Hilfe eines Rechtsanwaltes und einer bereits vorbereiteten Klage vor dem Sozialgericht, hatten die Kassen ihre ablehnende Haltung zurückgenommen und die fünfstellige Summe an die Kassiererin überwiesen. Und so ist auch im Vorstand die „gute Laune“ wieder zurückgekehrt und die Arbeit kann glücklicherweise weitergehen.
Viele können bis heute die Vorgehensweise der Krankenkassen nicht verstehen und fühlten sich der Macht und Willkür der Kassen ausgesetzt. Von Zuständen wie „an einem orientalischen Basar“ war die Rede.

Mit Urkunde und einem kleinen Präsent ehrte die Vereinsvorsitzende Agathe Meixner all die Mitarbeiter, die mindestens 10 oder 20 Jahre im Verein aktiv mitgewirkt haben.
Als wertvolles Urgestein bezeichnete sie die Gründungsmitglieder Ingrid Gerstner, Theresia Heim, Anni Stafflinger, Brigitte Stengl und Dr. Stephan Barthel. Sie waren von Anfang an dabei, haben den Verein mit aus der Taufe gehoben und immer wieder verschiedene Ämter übernommen.Die langjährige Vereinsvorsitzende Ingrid Gerstner, oft Motor des Vereins genannt, freute sich und hoffte, dass im Verein zukünftig wieder ruhigere Zeiten anbrechen. Schmunzelnd fügte sie hinzu, dass man sie dann doch noch eine Zeit lang aushalten muss.
Max Geier; Renate Alberter, Guntram Rudolph, Brigitte Burkert und Katja Egerer wurden ebenfalls für ihre über 10 -jährige Vereinsarbeit geehrt.
Nach dem Essen wurde entspannt geplaudert und bis in den Abend hinein sich ausgetauscht und gemeinsam gefachsimpelt.

Guntram Rudolph

Foto: D. Steger: v.l.n.r:
Agathe Meixner, Ingrid Gerstner, Anni Stafflinger, Renate Alberter, Max Geier, Theresia Heim, Brigitte Stengl; Guntram Rudolph, Katja Egerer, Brigitte Burkert, Dr. Stephan Barthel


 

 

 

 

Hospizbegleiter zu Gast im Gottesdienst

„Was befreit uns von der Angst? Was trägt uns in Zeiten der Sorge?“ Diesen Fragen ging Pfarrerin Verena Fries im Rahmen eines Gottesdienstes in der evangelischen Erlöserkirche Hilpoltstein nach.

Am Sonntag nach dem Reformationstag zeigte sie auf, wie die Erkenntnisse des Dr. Martin Luthers den Menschen damals die Angst vor Tod, Verdammnis und Hölle nahm. Aber auch heute noch könne die Gewissheit der Gnade Gottes und seiner bedingungslosen Liebe, Menschen durch Zeiten der Verzweiflung und Not tragen.

Im zweiten Teil ihrer Predigt kam Pfarrerin Fries von der Kanzel zu den Hospizbegleitern und befragte sie zu ihren persönlichen Erfahrungen als Ehrenamtliche, die es im Rahmen ihrer Tätigkeit oft mit Ängsten von Menschen zu tun hätten.

Diese berichteten von schönen, berührenden Erlebnissen bei Begleitungen, von Momenten, wo sie ihren eigenen Glauben trostspendend einbringen konnte – aber auch von Situation, wo sie selbst als erfahrene Hospizbegleiter an ihre Grenzen gestoßen sind.

Hospizkoordinator Dieter Steger beantwortete Fragen, wie: „Wo ist der Hospiz-Verein überall tätig? Gibt es irgendwelche Voraussetzungen, um begleitet zu werden?“ oder: „Wie kommt man zu einer Hospizbegleitung? Kostet diese etwas?“

Am Ende des Gottesdienstes lasen Hospizbegleiterinnen und Diakon Steger die Fürbitten und standen den Gottesdienstbesuchern für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Die Resonanz der Gemeinde war so positiv, so dass von Seiten des Hospizvereins angedacht ist, sich in ähnlicher Weise auch andernorts im Landkreis bei Gottesdiensten einzubringen. Die katholische Gemeinde in Roth bekundete bereits Interesse für nächstes Jahr.

Dieter Steger

Foto: Interview am Altar


 

Trauergruppe ab dem 22. Januar 2019

14231908 1087952077958533 4654113931780602195 oTrauergruppe mit einem festen Personenkreis ab dem 22. Januar 2019

Um trauernden Menschen untereinander Kontakt zu ermöglichen und ihnen Halt zu geben, bietet der Hospiz-Verein Hilpoltstein – Roth e.V. auch in diesem Jahr eine geschlossene Trauergruppe mit einem festen Personenkreis an.
Unabhängig von Geschlecht, Alter, Familienstand oder Konfession steht die Trauergruppe allen Trauernden offen. Uns ist jeder trauernde Hinterbliebene herzlich willkommen!
Ganz gleich ob es sich dabei um den Vater, die Mutter, den Ehe- oder Lebenspartner, die Großeltern, um Sohn oder Tochter, Freund oder Freundin des/der Verstorbenen handelt.

Die Treffen sollen den Teilnehmern zu mehr Klarheit im Umgang mit ihrer Trauer verhelfen.

Sich der eigenen Trauer zu stellen erfordert viel Mut und Kraft zum Aushalten, bis die erlebte Sinnlosigkeit sich wieder aufhellt und ein neuer Lebenssinn gefunden werden kann.
Die Gruppengespräche sollen Mut machen Ihrer inneren Stimme zu vertrauen und Chancen aufzeigen um mit der neuen Lebenssituation positiv umzugehen.


Bitte melden Sie sich baldmöglichst telefonisch unter 09171 1545 oder per Email unter info@hospizverein.org an.

Termine:  Die Gruppe trifft sich erstmals am 22. Januar 2019 und insgesamt an 9 Abenden.

Zeit: 19 Uhr.

Ort:  Gruppenraum des Hospiz-Vereins, Bahnhofstr. 7 in Roth. (Gegenüber Blumen Meckert)

Unser Angebot ist kostenfrei.


 

Einladung zum gemeinsamem Filmabend 15. Oktober

Zu unserem Filmabend am Montag, den 15. Oktober 2018 um 19.30 Uhr im Bavaria Roth, lädt der Hospiz-Verein Hilpoltstein-Roth e.V. alle Interessierten ganz herzlich ein. Zum Film: Nach dem überraschenden Unfalltod seiner Frau Babette gerät das Leben für Markus und seine...

mehr lesen

SAPV Südfranken zog positive Bilanz

122 Sterbende betreut und begleitet. PLEINFELD - „Ein kleines Wunderkind“ ist die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) Südfranken, so das Fazit von Anne Rademacher, Geschäftsführerin der Paula-Kubitscheck-Vogel-Stiftung (PKV). Seit einem halben Jahr...

mehr lesen